Anders Wirtschaften jetzt!

Corona- und Klimakrise machen die Absurdität des jetzigen Systems für viele offensichtlich. Diese Situation ist eine historische Chance 
für eine grundlegende Neuausrichtung von Wirtschaft und Gesellschaft. 
Sie ermöglicht neu zu fragen, wie wir leben wollen. 
Gute Antworten sind da. 

Wir – Menschen, die seit langem in unterschiedlichen alternativökonomischen Bewegungen aktiv sind: zu Commons, Solidarischer Ökonomie, Degrowth, Gemeinwohl-Ökonomie, Tauschlogikfreiheit, kollaborativer und kokreativer Ökonomie – haben uns im Netzwerk Ökonomischer Wandel zusammengeschlossen, um in Vielfalt zu vertreten, was uns eint: eine zukunftsfähige Alternative zur gegenwärtigen Wirtschaftsordnung. Auch wenn sich unsere Perspektiven und Vorschläge im Detail unterscheiden, überwiegen grundlegende Gemeinsamkeiten. Zusammen führen sie zum Ziel: einer solidarischen, ökologischen und demokratischen Wirtschaftsweise. Wir sehen nicht Geld, Kapital und Wachstum, sondern Menschen und Natur im Zentrum des ökonomischen Handelns. 
 
Das jetzige Wirtschaftssystem spaltet die Gesellschaft, schafft extreme Ungleichheit und gefährdet so die Demokratie. Es trennt uns von der Natur und zerstört unsere Lebensgrundlagen – und damit seine eigene Basis. Es entfremdet uns sowohl von anderen Menschen als auch von unseren eigenen Bedürfnissen. Es lenkt zu viel unserer Lebensenergie in sinnlose Arbeit, während gleichzeitig viele sinnvolle Tätigkeiten unerledigt oder ungesehen bleiben. Wir kündigen der Konkurrenz und dem Zwang, immer weiter zu wachsen. Wir streben nach einem guten Leben für alle. 

Eine wirksame Alternative nutzt drei Wege

Märkte am Gemeinwohl ausrichten 

1. Profit- und Konkurrenzlogik sowie den Erwerbszwang zurückdrängen. 

2. Das Schädigen von Mensch und Mitwelt ahnden und das Sorgen für Mensch und Mitwelt belohnen.

3. Vielfalt, überschaubare Größen und demokratische Strukturen von Unternehmungen fördern. 

Commons
ausweiten
 

1. Jenseits von Markt und Staat selbst-organisiert und sinnstiftend tätig sein.

2. In Peer-to-Peer-Prozessen herstellen, was wir zum Leben brauchen.

3. So besitzen, dass alle gut sein können (Besitz statt Eigentum) 



Den Staat umfassend demokratisieren 

1. Alle Lebensbereiche demokratisieren und uns so den Staat aneignen. 


2. Spielregeln setzen, die Commons stärken und Märkte auf das Gemeinwohl ausrichten.

3. Eine Daseinsfürsorge bereitstellen, welche die Teilhabe aller ermöglicht, vor Erwerbszwang schützt und Ausschlüsse vermeidet. 

Das gute Leben für alle

 Wenn wir so wirtschaften, können wir die ökologische Sensibilität des Planeten respektieren und das gute Leben für alle sichern. Zwänge fallen weg und mit ihnen die Angst vor Arbeitslosigkeit und Armut, Abstieg und Ausgrenzung. Wir genießen materielle Grundgeborgenheit in lebensfreundlichen Nachbarschaften. Wir gewinnen Zeit für Bildung, Muße und Spiel, ohne das Notwendige zu vernachlässigen. Wir schaffen Raum für die großen Fragen des Lebens und den inneren Wandel. 
 
An der Basis eines solchen Wirtschaftens steht ein verändertes Miteinander. Denn eines ist klar: Es tragen immer andere zu unserem Leben bei und wir zum Leben anderer. Wir wirtschaften nie allein. Dieses existenzielle Verbundensein wollen wir anerkennen und solidarisch gestalten. Weder die unsichtbare Hand des Marktes noch die Technik oder Algorithmen werden es richten. Sondern wir Menschen mit unserer Kreativität und Kooperationsfähigkeit. 
 
Nur eine Wirtschaftsweise, die nicht auf Kosten anderer geht, ist eine freie Wirtschaft. Nur ein Wohlstand, der intakte Ökosysteme, sozialen Zusammenhalt und wirkliche Demokratie einschließt, erlaubt wirkliche Freiheit. Nur gegenseitig können wir uns ermöglichen, uns in Freiheit in dieser Welt zu verwirklichen. 

 

Wir erleben eine historische Chance.
Lösungswege sind da.

Gehen wir sie gemeinsam, um diesen grundlegenden Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft zu erwirken. 
NOW! 

 

Ausgearbeitet von:

Silke Helfrich, Commons 

 

Matthias Schmelzer, Degrowth/Postwachstum 

 

Christian Felber, Gemeinwohl-Ökonomie 



Thomas Dönnebrink, Kollaborative/Kokreative Ökonomie 

 

Dagmar Embshoff, Solidarische Ökonomie 

 

Friederike Habermann, Tauschlogikfreies Wirtschaften